Janus-Perspektive Finanzmärkte

Quartals-Update mit Rück- und Ausblick

Josef Falzberger
Josef Falzberger, KEPLER Asset Allokation Team

Das erste Halbjahr 2026 war geprägt von geopolitischen Spannungen und erhöhter Volatilität. Die Aktienmärkte unterstrichen dabei einmal mehr ihre Widerstandskraft. Bei den Anleihen belasteten zunächst steigende Inflationserwartungen infolge der geopolitischen Entwicklungen. Mit der Entspannung im Nahen Osten konnten sich viele Rentensegmente zuletzt jedoch wieder erholen. 

 

Fondsmanager Josef Falzberger gibt im Quartals-Update Einblicke in das Marktgeschehen und erläutert die Investmentstrategie in den KEPLER-Mischportfolios:

"Wir bleiben investiert! Trotz einiger Unsicherheiten sprechen die fundamentalen Rahmenbedingungen dafür, Marktschwankungen, insbesondere Korrekturen, für ein stärkeres Engagement zu nutzen und so den langfristigen Vermögensaufbau zu optimieren."

Das 1. Halbjahr 2026

Wirtschaftliche Unwägbarkeiten, Kriege, steigende Volatilität ... und dennoch neue Höchststände – das erste Halbjahr 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie widerstandsfähig die Finanzmärkte sein können.

Rückblick - Analyse der Assetklassen

  • Aktien
    Das erste Halbjahr 2026 war geprägt von geopolitischen Spannungen und erhöhter Volatilität. Der zwischenzeitliche Rücksetzer an den Aktienmärkten infolge des Nahostkonflikts erwies sich jedoch als von nur kurzer Dauer. Die Märkte fanden rasch wieder auf ihren Aufwärtspfad zurück und unterstrichen einmal mehr ihre Widerstandskraft. Regional entwickelten sich die Emerging Markets und Japan am stärksten. Europa blieb etwas hinter dieser Entwicklung zurück, während sich die USA im Gleichklang mit dem globalen Aktienmarkt bewegten. Der US-Dollar profitierte in seiner Rolle als sicherer Hafen. Bei den Anlagestilen überzeugten vor allem Small Caps und Value-Aktien. Growth-Werte feierten im zweiten Quartal ein Comeback, während risikoarme Minimum-Volatility-Strategien hinter dem Gesamtmarkt zurückblieben. Dividendenstrategien entwickelten sich weitgehend marktkonform. Von dieser Entwicklung profitierten auch unsere Aktienportfolios, die durch eine Übergewichtung von Value-Titeln sowie die gezielte Beimischung von Small Caps unterstützt wurden.

  • Anleihen
    An den Anleihemärkten belasteten zunächst steigende Inflationserwartungen infolge der geopolitischen Entwicklungen. Mit der Entspannung im Nahen Osten konnten sich viele Rentensegmente jedoch wieder erholen. Die Renditen klassischer Staatsanleihen liegen heute wieder etwa auf dem Niveau zu Jahresbeginn, während inflationsgeschützte Anleihen von den zeitweise höheren Inflationserwartungen profitierten. Unternehmensanleihen und andere Spread-Produkte zeigten sich trotz kurzfristiger Ausschläge weiterhin stabil. Emerging Markets-Anleihen litten hingegen unter den gestiegenen US-Renditen und den gesunkenen Erwartungen an Zinssenkungen. Insgesamt entwickelte sich die Anleihen-Seite unserer Mischportfolios weitgehend im Einklang mit dem Markt. Die strategische Beimischung inflationsgeschützter Anleihen erwies sich dabei ebenso als stabilisierender Faktor wie die ausgewogene Positionierung bei Spread-Produkten.

  • KEPLER Asset Allokation
    Auch auf Ebene der Asset Allokation zahlte sich die gewählte Strategie aus. Während klassische Mischportfolios im Aktienbereich neutral positioniert waren, blieben Momentum-Strategien in Aktien übergewichtet. Die zusätzliche Aktienquote wurde zulasten von Staatsanleihen aufgebaut, Unternehmensanleihen blieben neutral gewichtet. Emerging Markets-Anleihen waren leicht übergewichtet. Besonders erfreulich entwickelte sich erneut die strategische Beimischung von Wandelanleihen, die sowohl Aktien als auch klassische Anleihen übertrafen. Das volatile Marktumfeld spielte diesem Anlagesegment dabei zusätzlich in die Karten.

Ausblick und Strategie - KEPLER Mischportfolios bei Value-Aktien übergewichtet

  • Aktien
    Fundamental bleibt das Umfeld für Aktien grundsätzlich konstruktiv. Die Bewertungen sind zwar nicht günstig, werden jedoch durch robuste Unternehmensgewinne gestützt. Die Dynamik rund um Künstliche Intelligenz bleibt ein wichtiger Wachstumstreiber. Gleichzeitig zeigen Stimmungsindikatoren derzeit nur wenige Extremwerte. Anleger folgen weiterhin dem bekannten Muster, Rückschläge als Kaufgelegenheiten zu nutzen. Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer Übergewichtung von Value-Aktien fest. An der strategischen Ausrichtung auf den globalen Aktienmarkt mit einem hohen US-Anteil ändert sich nichts.

  • Anleihen
    An den Anleihenmärkten richtet sich der Blick verstärkt auf die weitere Geldpolitik. Nach der ersten Zinserhöhung der EZB erwartet der Markt weitere Zinsschritte, während in den USA Zinssenkungen derzeit weitgehend ausgepreist sind. Überraschungen bleiben dennoch möglich. Langfristige Renditen erscheinen vor dem Hintergrund historisch attraktiver Realzinsen weiterhin interessant. Gleichzeitig haben sich die Inflationserwartungen nach ihrem zwischenzeitlichen Anstieg zuletzt wieder etwas beruhigt. Die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen und Emerging Markets-Anleihen bewegen sich weiterhin auf historisch niedrigen Niveaus und bieten nur noch begrenztes Einengungspotenzial. In Summe bleiben längere Laufzeiten insbesondere in der Eurozone attraktiv, auch wenn sich die Zinskurve zuletzt wieder etwas abgeflacht hat.
  • KEPLER Asset Allokation
    Für das zweite Halbjahr sehen wir keinen Anlass, unsere strategische Ausrichtung grundlegend zu verändern. Klassische Mischportfolios bleiben im Aktienbereich neutral positioniert, während Momentum-Strategien in Aktien weiterhin leicht übergewichtet sind. Die leichte Übergewichtung von Emerging Markets-Anleihen wird ebenso beibehalten wie die strategische Beimischung von Wandelanleihen, die sich erneut als wertvoller Diversifikationsbaustein erwiesen haben und ihre Stärken insbesondere in einem wechselhaften Marktumfeld ausspielen konnten. Zurückhaltend bleiben wir hingegen bei Rohstoffen. Die anhaltend hohe Volatilität und das aus unserer Sicht ungünstige Chancen-Risiko-Verhältnis sprechen weiterhin gegen ein Engagement. Auch Geldmarktanlagen bieten aus heutiger Sicht nur begrenztes Ertragspotenzial. Attraktivere Renditechancen sehen wir unverändert in Aktien, Anleihen und Wandelanleihen.