Werden die Investments grüner nach der Krise?

Interview mit Netfonds

Florian Hauer

Manager-Interview mit Florian Hauer

 

Florian Hauer (ESG-Verantwortlicher und Aktienfondsmanager) spricht mit Netfonds über die zukünftige Bedeutung nachhaltiger Investments, grüne Megatrends und die neuen EU-Standards für Sustainable Finance.

Schon vor der Corona-Pandemie spielten viele Anleger mit dem Gedanken, ihre Geldanlage nachhaltiger auszurichten. Wird sich der grüne Trend nach der Krise verstärken?

 

Ja, denn der Kapitalmarkt als größter Geldgeber der Wirtschaft ist ganz entscheidend für grundlegende nachhaltige Verbesserungen. Immer mehr Anleger wählen ihre Investments nicht mehr nur nach dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens aus, sondern schauen verstärkt auf die Integration von ökologischen und sozialen Kriterien sowie eine gute Unternehmensführung. Diese drei unter ESG zusammengefassten Kriterien bringen langfristig Wettbewerbsvorteile, von denen die Investoren profitieren.
 

Wie schätzen Sie die politischen und regulatorischen Weichenstellungen hin zu mehr Nachhaltigkeit aus Sicht des Fondsmanagers ein – Stichwort Sustainable Finance?

 

Der von der EU-Kommission ausgerufene Green Deal und der bereits 2018 initiierte EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums befeuern den Absatz von ESG-Anlageprodukten. Für Fondsanbieter werden zukünftig einheitliche Transparenzvorschriften und ein Klassifikationssystem gelten. Das gibt Anlegern Klarheit darüber, welche Produkte auch wirklich nachhaltig sind. Ich sehe es als wesentlichen Schritt, um Greenwashing innerhalb dieses starken Investmenttrends einen Riegel vorzuschieben.
 

Es scheint so, als wäre Nachhaltigkeit nun weltweit der neue Investmentstandard. Investoren verschaffen sich durch Engagement-Dialoge und Stimmrechtsausübungen immer mehr Gehör. Auch KEPLER?

 

Unterstützt durch die weltweit operierende Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG machen wir die in unseren Portfolios investierten Unternehmen auf ökologische und soziale Potenziale aber auch Mängel aufmerksam, zum Teil gemeinsam mit anderen Investoren durch sogenanntes „Pooled Engagement“. Erfolgen bei gravierenden Defiziten keine zeitnahen Optimierungen, führt das zu einem Divestment aus unseren ESG-Portfolios. Ab 2022 werden unsere nachhaltigen Anliegen über Proxy Voting durch einen zentralen Stimmrechtsvertreter in Hauptversammlungen platziert. All das trägt dazu bei, dass auch Fondsgesellschaften kleinerer und mittlerer Größenordnung wie wir in Sachen Nachhaltigkeit wahrgenommen werden.
 

Wächst die Einflussnahme auf die Konzerne auch über die steigenden Marktanteile nachhaltiger Veranlagungen?

 

Ja, der Einfluss der Investoren wächst neben den Engagement-Dialogen und Stimmrechtsausübungen auch über die größer werdenden Marktanteile. Diese sind aber schwer zu quantifizieren. Ein Einfluss auf die Kapitalkosten der Unternehmen - wenn diese frisches Kapital am Finanzmarkt beispielsweise über eine Anleihe-Emission oder über eine Aktien-Kapitalerhöhung aufnehmen möchten - wird vermutlich erst bei einem deutlich höheren Marktanteil von nachhaltigen Investments sichtbarer werden. Es gibt aber auf jeden Fall schon Signaleffekte. Beispielsweise haben die Anfragen von Nachhaltigkeitsanalysten und Investoren inzwischen für viele Firmen einen entscheidenden Einfluss auf die Nachhaltigkeits- und Unternehmensstrategie.
 

Der Klimawandel und andere Umweltschäden sind mittlerweile bedeutende globale Risiken. Wie steuern Sie hier als Vermögensverwalter produktseitig gegen?

 

Wir managen als grüner Pionier bereits seit über zwei Jahrzehnten nachhaltige Portfolios. Mit speziellem Fokus auf Umweltthemen wurde 2018 der KEPLER Umwelt Aktienfonds auf den Markt gebracht. Besondere Bedeutung in diesem global gestreuten Portfolio haben Erneuerbare Energien (Wind- und Solarenergie, Geothermie, Bioenergie, Wasserkraft), Energieeffizienz, Nachhaltiger Transport, Wasser und Recycling. Unter den Top-Positionen im Fonds befinden sich zahlreiche nachhaltige Vorzeigeunternehmen wie Canadian Solar, Vestas Wind Systems oder Kurita Water Industries.
 

Beeinflussen auch UN-Ziele für nachhaltige Entwicklungen, die sogenannten Sustainable Developement Goals, Ihre Strategien?

 

Die insgesamt 17 definierten UN-Ziele stellen für uns relevante nachhaltige Eckpfeiler dar. Wichtige Themenblöcke sind dabei sauberes Wasser, Artenvielfalt oder hochwertige Bildung. KEPLER integriert einige der UN-SDGs einerseits im Investmentprozess und andererseits auch in der Firmenkultur. Im KEPLER Umwelt Aktienfonds liegt der Investitionsschwerpunkt beispielsweise auf Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien. Diese tragen zur Zielerreichung von SDG 7 „Bezahlbare und Saubere Energie“ und SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ bei. Ein weiteres Beispiel: SDG 4 befasst sich mit dem Zugang zu Bildung für breite Bevölkerungsschichten weltweit. Unternehmensseitig unterstützt KEPLER als langjähriger Partner gezielt die Bildungsmaßnahmen von SOS-Kinderdorf.

Abschließend die Frage: Sind ESG-Investments der langfristige Megatrend oder ein vorübergehender Hype?

 

Eindeutig ersteres. Das Thema wird bleiben und ist bereits in viele Richtungen ausdifferenziert. Und jetzt werden auf EU-Ebene noch jene Standards vorgegeben, die wir als Fondsindustrie transparent und kundenfreundlich etablieren müssen. Weil es verschiedene Ansätze und viele Schattierungen des Grüns gibt, sind vor allem aktive Managementstrategien gefragt. KEPLER bietet sie – und das mit 20 Jahren Erfahrung.

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